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Es werde Licht - Solarstrom in Chabalisa



Bei unserer Projektreise im Herbst 2021 konnten wir endlich die Solarstromanlage aufbauen und in Betrieb nehmen, die nun das Wohnhaus der Kinder mit Strom versorgt. Bereits im Januar 2020 wurden die Solarpanels sowie die Batterien von einem regionalen Vertriebspartner nach Chabalisa geliefert, da wir zu diesem Zeitpunkt noch davon ausgingen, unsere für März 2020 geplante Projektreise antreten zu können. Auch ein kleines Gebäude, das „Batteriehaus“, wurde von lokalen Handwerkern bereits zu dieser Zeit errichtet.


Pandemiebedingt musste der Aufbau des Systems leider bis zum Oktober 2021 warten. Die Installation des Systems war zu komplex, um sie von einem lokalen Elektriker durchführen zu lassen. Zudem hatten wir die 3 Wechselrichter, die sozusagen das „Herzstück“ der Anlage darstellen, in Deutschland von einem großzügigen Unterstützer als Sachspende zur Verfügung gestellt bekommen, sodass auch nicht alle notwendigen Komponenten vor unserer Projektreise im Herbst 2021 in Chabalisa vorlagen. Neben den Wechselrichtern hatten wir bei dieser Reise auch meterweise Solar- und Batteriekabel sowie Sicherungsautomaten, Stromzähler, Zeitschaltuhren und Installationswerkzeug im Gepäck. Dank der Unterstützung von unserer lieben Celia während der Vorbereitungsphase konnten wir all die technischen Komponenten regelkonform beim Zoll anmelden und somit problemlos durch alle Gepäckkontrollen an den Flughäfen spazieren – wenn auch mit einigen neugierigen Blicken und Rückfragen der Flughafenangestellten.


Die Installation des Solarsystems in Chabalisa verlief dann ohne Probleme – nicht zuletzt Dank eines Vorbereitungsworkshops in Deutschland, bei dem wir vor unserem Abflug gemeinsamen mit unserem Freund Merlin, einem erfahrenen Elektriker und Elektroingenieur, die Verkabelung des Systems beispielhaft durchgeführt haben.

Lediglich der Bau der Solaraufständerung war etwas mühsam, da es in unserer Projektregion leider keine Stahlprofile aus galvanisiertem Stahl zu kaufen gibt: Somit mussten die Stahlprofile nicht nur zugesägt, sondern auch abgeschliffen und lackiert werden. Insbesondere der letzte Schritt dauerte aufgrund der minderwertigen Qualität der lokal erhältlichen Rostschutzfarbe länger als zunächst geplant. Doch das war alles schnell vergessen, nachdem das System vollständig angeschlossen war, es endlich Strom im Wohnhaus gab und die Kinder es sich voller Begeisterung und mit strahlenden Augen nicht nehmen ließen, am ersten Abend jeden Lichtschalter zehnmal auszuprobieren. Ein Freudentänzchen mit den Kindern wurde selbstverständlich auch eingelegt.


Bei der Installation des Systems hat uns der lokale Elektriker Severin begleitet, sodass für zukünftig anfallende Wartungsarbeiten ein Fachmann vor Ort bereitsteht, der mit dem System vertraut ist. Er betreut bereits seit einigen Jahren die Solarstromanlage des Krankenhauses, das die Ordensschwestern betreiben und ist somit sowohl fachlich als auch hinsichtlich seiner langjährigen Kooperation mit den Ordensschwestern bestens dafür geeignet.


In mehreren Schulungen haben wir den Ordensschwestern alle notwendigen Informationen zum täglichen Betrieb des Systems an die Hand gegeben, damit das System gewartet und zuverlässig betrieben werden kann. So wird beispielsweise jeden Tag ein Betriebstagebuch geführt, in dem die Zählerstände notiert werden.


Den Ordensschwestern lag insbesondere die Abendbeleuchtung im Wohnhaus sowie in dessen Außenbereich am Herzen – letzteres, da eine Ausleuchtung des Geländes die Sicherheit deutlich erhöht. Hierfür hatten wir aus Deutschland energiesparende LED-Strahler mitgebracht, die nun rund um das Wohnhaus angebracht sind und die Umgebung eindrucksvoll erleuchten lassen. Auch der Nachtwächter konnte sein Glück kaum fassen, als er bei Dienstantritt das Haus und den Außenbereich hell erleuchtet vorfand. Da es nun eine zuverlässige und ausreichende Stromquelle gibt, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten zur Arbeitserleichterung. So kauften wir bereits ein Bügeleisen und Haarschneidemaschinen. Das Bügeleisen wünschten sich die Schwestern, da sie ihre kirchliche Tracht stets in einem tadellosen Zustand halten, was bedeutet, dass diese nicht nur völlig sauber, sondern auch knitterfrei ist – bisher erforderte dies mühevolles Bügeln mit einem Kohle-Bügeleisen. Die Haarschneider kauften wir, da es im ländlichen Tansania für Männer und Frauen üblich ist, aufgrund von Pflege und Hygiene kurz geschorene Haare zu tragen. Hierzu wird normalerweise eine einfache Rasierklinge verwendet, weshalb es oft zu Schnittverletzungen an der Kopfhaut kommt. Um dies zu vermeiden, stehen für die Schwestern und Kinder nun 3 elektrische Haarschneidemaschinen zur Verfügung.