Projektpartner:innen

Unlimited Love Sisters

Projektpartner:innen, Ordensgemeinschaft

Zusammenarbeit

Wir arbeiten derzeit mit dem katholischen Schwesternorden „Religious Congregation of the Apostles of Unlimited Love Sisters“ zusammen, den wir bei der Realisierung des Chabalisa-Projekts sowohl finanziell als auch fachlich unterstützen. Die ursprüngliche Idee für das Zentrum für Kinder mit Behinderung in Chabalisa stammt von den Ordensschwestern selbst. Move-ING unterstützt die Schwesterngemeinschaft seit 2017, nachdem Kathi die Schwestern und das Projekt während ihres einjährigen Arbeitseinsatzes kennenlernte. Unsere Zusammenarbeit mit der Ordensgemeinschaft hat sich bislang als überaus vertrauenswürdig und zuverlässig erwiesen. Die kontinuierliche Kommunikation sorgt für hohe Transparenz und einen regelmäßigen Austausch über den Projektfortschritt.

Projektstart

 Im Jahr 2013 (noch als „Theresienorden“) haben sie mit dem Bau zweier Klassenräume und eines Wohnhauses für die Kinder den Projektstart initiiert. Seitdem pflegen die Ordensschwestern den Kontakt zu Familien mit erkrankten Kindern, sodass zwischen ihnen eine vertrauensvolle Beziehung entstand. Die Vielzahl der Kinder, die bisher ohne jegliche Förderung und Betreuung auskommen mussten, zeugt von dem dringenden Handlungsbedarf im Hinblick auf Inklusionsprojekte allein in dieser Region Tansanias.

 

Struktur

Der Orden gründete sich im Jahr 2015 aus dem „Theresienorden“ und besteht derzeit aus 89 Schwestern (Stand Juni 2020). Es gibt einen stetigen Zuwachs an Jungschwestern, da sich viele junge Frauen für den Beitritt in eine Ordensgemeinschaft entscheiden.  Dies stellt einen perspektivreichen Werdegang dar, in einem Land in denen die Frauen gesellschaftlich immer noch benachteiligt sind.

Für uns bedeutet dies, dass wir mit einer beständigen Partnerschaft rechnen und planen können, da der Orden und seine Werte langfristig bestehen werden und die Kooperation nicht von Einzelpersonen abhängig ist.

Aufgaben

Sowohl die Verantwortung für die Leitung des Zentrums als auch die Obhut der Kinder obliegt allein der Schwesterngemeinschaft. Wir mischen uns in den alltäglichen Betrieb und die Organisationsstruktur bewusst nicht ein. Als Betreiber:innen der Bildungs- und Begegnungsstätte versorgen und pflegen die Schwestern alle Kinder, die in Chabalisa ein zweites Zuhause gefunden haben.

Die Ordensschwestern kümmern sich zudem um alle regulatorischen Auflagen und die notwendigen

Behördengänge. Sie stehen in gutem Kontakt zu den Regierungsvertretern, sodass rechtliche Auflagen stets eingehalten werden und der langfristige Betrieb des Zentrums abgesichert ist.

Ihr hohes Engagement und ihre Eigenständigkeit zeigen sich auch darin, dass sie wichtige bauliche Schritte nach Absprache selbst organisieren und mit lokalen Handwerkern umsetzen. Dies macht möglich, dass wir während unserer Projektaufenthalte in Chabalisa tatsächlich nur Bauprojekte realisieren, die auf unserem ingenieurstechnischen Fachwissen gründen und/oder die sich durch importierte Technik nachhaltiger und umweltfreundlicher umsetzen lassen.

Erfahrungen

Die Ordensschwestern sind aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen sehr geeignet für die Leitung

des Zentrums. Noch als die Schwestern der Ordensgemeinschaft der „Theresienschwestern“

angehörten, gründeten sie ein kleines Krankenhaus für dessen Leitung und Betrieb sie nach wie vor verantwortlich sind. Da das Krankenhaus nur rund 15 Autominuten vom Projektstandort entfernt liegt, ist eine schnelle medizinische Versorgung der Kinder ebenfalls möglich.
 

Qualifikationen

Alle Ordensschwestern sind gut und umfassend ausgebildet, einige Schwestern verfügen zudem über Zusatzqualifikationen. So gibt es unter ihnen Schneiderinnen, Lehrerinnen aber auch Krankenschwestern und sogar eine Ärztin. Deswegen werden viele wichtige Positionen in Chabalisa von ihnen selbst besetzt und zahlreiche Aufgaben intern erfüllt. Das ist besonders wichtig, da so die laufenden Kosten für die Anstellung von externem Personal minimiert werden.

Da es den Schwestern ihrer Ordenszugehörigkeit wegen nicht gestattet ist eigene Kinder zu haben, ist die Arbeit mit den Kindern für viele von ihnen sehr erfüllend. Das konnten wir in den Monaten der gemeinsam verbrachten Zeit durch zahlreiche Gespräche in Erfahrung bringen und bei unseren Aufenthalten selbst erleben.


Kirchlicher Kontext

Trotz ihrer Zugehörigkeit zur katholischen Kirche denken die Ordensschwestern nicht in religiösen Grenzen. So steht das Zentrum Kindern jeglicher Konfessionen und Religionsgemeinschaften offen.

Mit Fatuma ist bereits ein Mädchen mit muslimischem Glauben bei den Ordensschwestern in Chabalisa zu Hause.

Formal untersteht der Schwesternorden der römisch-katholischen Kirche, agiert jedoch im lokalen Bistum eigenständig, sodass die Ordensschwestern in ihren Entscheidungen weitestgehend unabhängig sind. So gehört bspw. das Grundstück, auf dem das Zentrum errichtet wird, ausschließlich dem Schwesternorden.

 

Auch wenn die Ordensschwestern eine eigenständig agierende Ordensgemeinschaft bilden, ist 

für uns auch das Bistum Kayanga mit dem Bischof Almachius Vincent Rweyongeza ein wichtiger

und wertvoller Projektpartner im Hinblick auf die zu leistende Aufklärungsarbeit. Da die Religion für viele Menschen in Tansania den Lebensmittelpunkt bildet, ist die katholische Kirche hoch angesehen und hat Einfluss auf die Akzeptanz und Integration von Menschen mit Behinderung. Der Bischof leistet tolle Aufklärungsarbeit und informiert die Bevölkerung regelmäßig über die Bildungs- und Begegnungsstätte,die derzeit in Chabalisa entsteht.